Rezension: The World behind Wonderland – My Power – Your Soul – Rivkah Charnelat
Ein kompromissloser, schonungslos ehrlicher BDSM-Roman ohne rosa Brille – Rezension von Whitesnow.books zu The World behind Wonderland – My Power – Your Soul von Rivkah Charnelat.
Sasha ist eine starke junge Frau, doch ihr fehlt etwas, das ihr das Gefühl von „gesehen werden“ gibt. Ihre Onlinebeziehung zu einem Dom erfüllt sie nicht, und das Gefühl, ihm gleichgültig zu sein, lässt das Verlangen, eine echte Session zu erleben, übermächtig werden.
Sie will es „erleben, es riechen und es schmecken“, was BDSM wirklich bedeutet. Auf einer Onlineplattform findet sie Richard und beschließt, zu ihm zu gehen. Doch statt einer normalen Begrüßung gibt es zur Begrüßung die wohl heftigste Ohrfeige in Sashas bisherigem Leben sowie die kompromisslose Ansage, dass sie gefälligst erst die Sache mit ihrem Online-Dom zu klären hat, bevor sie es wagen soll, sich hier wieder blicken zu lassen.
Nachdem Sasha am nächsten Tag erklärt hat, die bisherige Online-Beziehung beendet zu haben, öffnet sich Richards Tür für sie und damit eine ganz neue Welt. Das Kennenlerngespräch, bei dem sich zeigen soll, ob die Chemie auch im Realen stimmt, erweist sich an vielen Stellen bereits als Ausdehnen von Sashas Grenzen. Doch entgegen der inneren Stimmen, die ihr zuschreien zu fliehen, bleibt sie.
Rivkah hat einen kompromisslosen BDSM-Roman geschrieben, weder beginnt es sanft noch mit rosa Brille, es gibt auch keine Watte, in die wir gepackt werden, es ist hart und ehrlich. Sasha sucht einen Weg, sich selbst neu zu finden, und Richard zeigt ihr seinen Weg. Es ist an vielen Stellen etwas härter als in anderen Büchern, doch dafür auch oft anregend philosophisch: Was ist der richtige Weg im Leben? Wer bestimmt die Regeln?
Wer einen verklärten, romantischen Roman sucht, ist hier fehl am Platz. Die Geschichte ist schonungslos, ehrlich und direkt. Es könnte dein Nachbar oder ein Bekannter sein. Ich fühlte mich so sehr in die Handlung gezogen, als wäre ich selbst ein stilles Mäuschen, das alles miterlebt.
Ein Genuss, wenn man BDSM mag und nicht gleich beim ersten Schlag davonläuft.
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