Was das Meer behält – Alexandra Kulterer

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Achtzehn Nächte zwischen Karibik und Mittelmeer, ein Schiff voller Menschen – und eine Vergangenheit, die längst mit an Bord gegangen ist. Als Marlen Morell vor ihrer Kabinentür eine rätselhafte Nachricht findet, steuert die Aureliana auf eine Wahrheit zu, die mehrere Passagiere ihr Leben lang begraben glaubten. Ein Spannungsroman von Alexandra Kulterer.

Was das Meer behält - Alexandra Kulterer

Achtzehn Nächte zwischen Karibik und Mittelmeer. Ein Schiff voller Menschen. Und eine Vergangenheit, die längst mit an Bord gegangen ist.

Für Marlen Morell ist eine Kreuzfahrt das schönste Versprechen der Welt: fremde Häfen, endlose Seetage und das Gefühl, für eine Weile aus dem Alltag zu fallen. Doch das Versprechen hält nicht einmal einen Tag.

Eine Frau erstarrt, als sie einen Namen hört, als hätte man sie geohrfeigt. Ein Koffer trägt eine hastig überklebte Kabinennummer. Eine Fremde fotografiert nicht das Meer, sondern die Gesichter der anderen Passagiere – heimlich, gezielt, als suche sie jemanden. Marlen kennt solche Szenen. Sie hat über sie geschrieben. Aber sie hat sie nie selbst erlebt. Dann findet sie vor ihrer Kabinentür eine Nachricht: Fragen Sie nach den Müttern, die in den Akten nie existiert haben.

Von der Karibik über den Atlantik bis ins Mittelmeer steuert die Aureliana auf eine Wahrheit zu, die mehrere Menschen an Bord ihr Leben lang begraben glaubten. Hinter falschen Namen und alten Dokumenten werden Lebensgeschichten sichtbar, die jemand sorgfältig ausgelöscht hat. Mit jedem Hafen rückt die Vergangenheit näher.

Manche Passagiere gehen an Bord, um zu verschwinden. Andere, um endlich gefunden zu werden.

Nachgefragt bei Alexandra Kulterer

Was ist der zentrale Kern deines Buches – und worum geht es dir dabei besonders?
Im Kern geht es in „Was das Meer behält“ um die Frage, wie lange sich Wahrheit verdrängen lässt und was passiert, wenn sie irgendwann doch an die Oberfläche kommt. Mich interessiert besonders, was Schweigen mit Menschen macht: aus Angst, aus Schuld, aus Selbstschutz oder weil man glaubt, andere damit zu schützen. Mir war dabei wichtig, Spannung nicht über permanente Action entstehen zu lassen, sondern über Beobachtungen, Beziehungen, Widersprüche und das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, lange bevor man weiß, warum.

Wie ist die Idee zu deinem Buch entstanden, und was hat dich beim Schreiben besonders inspiriert?
Die Idee ist tatsächlich auf Reisen entstanden. Ich liebe das Meer und Kreuzfahrten schon lange und habe auf vielen Reisen unzählige kleine Beobachtungen, Stimmungen und Begegnungen mitgenommen. Besonders prägend war eine Transatlantikreise mit der Mein Schiff 1 – auch die Route dieser Reise wurde später zum Vorbild für die Reise der fiktiven MS Aureliana.

Was sollen die Leserinnen und Leser nach der letzten Seite aus deinem Buch mitnehmen?
Ich wünsche mir, dass nach der letzten Seite vor allem ein Gefühl nachbleibt: dass Wahrheiten manchmal sehr lange verborgen bleiben können, aber nicht deshalb verschwinden. Und natürlich würde ich mich freuen, wenn am Ende auch ein bisschen Fernweh bleibt.

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