Schöne alte Welt – Joan Fidelis
Nach dem Zusammenbruch der Zivilisation lebt die Menschheit vorindustriell weiter – ein ironischer Roadtrip durch eine postapokalyptische Welt von Joan Fidelis.
Deutschland, irgendwann im 22. Jahrhundert:
Nach dem Zusammenbruch der modernen Zivilisation ist die Menschheit auf das vorindustrielle Niveau zurückgefallen, und seitdem vor allem durch eine Frage gespalten: Renaissance oder Status Quo?
Ein atemberaubender Roadtrip durch eine postapokalyptische Zeit, voller kritisch-ironischer Anekdoten über unsere Gegenwart.
Das einfache und spartanische Leben der Bewohner eines kleinen Dorfes in Niedersachsen gerät eines Tages durcheinander, als ein durchreisender Humorist und ein vermeintlicher Zeitreisender dort auftauchen. Der Humorist schwärmt von der Renaissance, die vor allem in den ehemaligen Großstädten wieder auf dem Vormarsch ist.
Der „Zeitreisende“ behauptet gar, er hätte die alte Welt mit eigenen Augen gesehen, weil er leibhaftig dort gewesen sei. Als Beweis präsentiert er ein funktionstüchtiges Smartphone – ein Relikt, das man nur noch aus wenigen verbliebenen Büchern oder aus dem Museum kennt.
In der streng konservativen Dorfgemeinschaft, die eisern den Status Quo verteidigt, sorgt dies rasch für Ärger. Doch nicht Wenige sind heimlich angetan von diesen Ideen.
Auf unterschiedlichen Wegen und aus unterschiedlichen Motiven fliehen mehrere Bewohner aus dem Dorf. Ihr aller Ziel ist die Stadt Berlin, wo es den „Leuchtturm des Südens“ gibt – eine neu gegründete, demokratische Gemeinschaft, die über Elektrizität verfügt und allen Neuankömmlingen Fortschritt, Wohlstand und vor allem Hoffnung verspricht.
Manch einer beginnt im Verlauf jedoch zu zweifeln: Ist eine Rückkehr in ein neues Industriezeitalter wirklich so erstrebenswert wie es scheint? War es wirklich nur ein Sonnensturm, der die alte Welt sterben ließ? Oder hat sich das kapitalistische System durch seine ausufernde Technologie und sein unendliches Wachstumsstreben am Ende sogar selbst ausgelöscht?
Nachgefragt bei Joan Fidelis
Was ist der zentrale Kern deines Buches – und worum geht es dir dabei besonders?
Die Frage, wie die Welt knapp ein Jahrhundert nach dem Zusammenbruch der Zivilisation aussehen könnte, wenn die Menschheit noch einmal hätte bei Null anfangen müssen – oder zumindest beim vorindustriellen Niveau. Würde sie erneut den Weg des Fortschritts gehen, oder würde sie vielleicht aus einigen Fehlern gelernt haben, sich mit dem neuen (alten) Standard vielleicht sogar zufriedengeben? Diese Frage spiegelt sich in dem Kernkonflikt des Buches wider, dem Kampf zwischen den beiden konträren Ideologien (Status Quo vs. Renaissance). Das „Bindeglied“ zwischen beiden ist hier der „Zeitreisende“ Jean, der die alte Welt angeblich gesehen hat. Die Figur stammt übrigens aus einem anderen Buch.
Hierbei beschränke ich mich größtenteils auf Deutschland, werfe aber auch immer mal wieder einen Blick auf die Zustände in anderen Regionen der Welt.
Wie ist die Idee zu deinem Buch entstanden, und was hat dich beim Schreiben besonders inspiriert?
Ich habe versucht mir vorzustellen, wie wohl die Menschen in so einer Welt auf unsere Gegenwart zurückblicken würden. Vor allem, da das Wissen über sie nur noch lückenhaft vorhanden ist. Ich versuche es vor allem mit Humor, aber natürlich erscheint es naheliegend, dass eine Seite unsere hochtechnisierte Welt verklären würde, während die andere sie verteufelt. Die Wahrheit mag wie so oft irgendwo in der Mitte liegen.
Als Inspirationsquelle diente mir sehr häufig die aktuelle Politik (Inland und Ausland), auf die es im Buch immer wieder ironische Anspielungen gibt.
Was sollen die Leserinnen und Leser nach der letzten Seite aus deinem Buch mitnehmen?
Bestenfalls einen (noch) kritischeren Blick auf unsere Zeit, während man die Vorzüge unserer komfortablen und digitalen Welt aber gleichzeitig auch (noch mehr) schätzen lernt. Es kann schneller verloren gehen, als man denkt.
Mehr zum Buch
Werbung – Affiliate-Link