Rezension: Die Geisterkatze – Alex Howard

0

Edinburgh, 1902: Der Hauskater Grimalkin stirbt und wird zur Geisterkatze – über Jahrzehnte hinweg erwacht er immer wieder in einer veränderten Welt und wird zum Beobachter von mehr als einem Jahrhundert gesellschaftlicher Entwicklung. Ein liebevoller Blick auf 120 Jahre Menschheitsgeschichte, erzählt von einem Kater mit trockenem Humor und wachsender Melancholie. Rezension von Lutz Falkner.

Die Geisterkatze - Alex Howard

Die Geisterkatze von Alex Howard

Die Geisterkatze von Alex Howard (Blanvalet)
Copyright © Blanvalet

Lesen, wenn du …

  • warmherzige, originelle Romane aus einer ungewöhnlichen Perspektive magst,
  • Bücher wie „Ich bin dann mal weg“ trifft „Die Mitternachtsbibliothek“ in einer verspielteren, tierischen Variante reizvoll findest,
  • dich für Edinburgh, gesellschaftlichen Wandel und Zeitgeschichte interessierst,
  • und Geschichten liebst, die Humor und Melancholie miteinander verbinden.

„Die Geisterkatze“ ist weniger eine fantastische Katzengeschichte als ein liebevoller Blick auf 120 Jahre Menschheitsgeschichte – erzählt von einem Kater, der die Menschen oft besser durchschaut als sie sich selbst.

Edinburgh, 1902: Der Hauskater Grimalkin stirbt, bekommt jedoch die Möglichkeit, seine verbliebenen Leben als Geisterkatze zu verbringen. Über Jahrzehnte hinweg erwacht er immer wieder in einer veränderten Welt und wird so zum Beobachter von mehr als einem Jahrhundert gesellschaftlicher und technischer Entwicklung.

Die große Stärke des Romans liegt in Grimalkins Perspektive. Als viktorianischer Kater betrachtet er Autos, moderne Sprache, Kleidung oder technische Neuerungen mit einer Mischung aus Verwunderung, Überheblichkeit und trockenem Humor. Besonders amüsant sind die Momente, in denen er versucht, die Sitten späterer Generationen mit seinen Vorstellungen von Anstand und Würde in Einklang zu bringen.

Doch Alex Howard beschränkt sich nicht auf charmante Katzenbeobachtungen. Hinter dem Humor steckt zunehmend Melancholie. Grimalkin erlebt, wie Menschen kommen und gehen, wie sich Edinburgh verändert und wie Fortschritt immer auch Verlust bedeutet. Die Idee seiner neun Leben wird dabei geschickt genutzt, um verschiedene Epochen miteinander zu verbinden.

Wer eine durchgehend spannungsgetriebene Handlung erwartet, könnte den episodischen Aufbau als etwas ruhig empfinden. Der Roman lebt weniger von einem großen Konflikt als von einzelnen Begegnungen, historischen Momenten und Grimalkins wachsendem Verständnis für die Menschen.

„Die Geisterkatze“ lohnt sich besonders für Leser:innen, die ungewöhnliche Erzählperspektiven, britischen Humor und lebenskluge Geschichten mögen. Ein charmantes, stellenweise berührendes Buch über Zeit, Veränderung und die erstaunliche Fähigkeit von Katzen, uns Menschen mit sehr viel Distanz zu betrachten.

Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die redaktionelle Bewertung erfolgt unabhängig.

Mehr zum Buch

Werbung – Affiliate-Link

Teilen: W f 𝕏 P
📬 Verpasse keine neue Buchvorstellung. Newsletter abonnieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert