Rezension: The Dark Lord’s Guide to Dating (and Other War Crimes) – Tiffany Hunt

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Arabella Evenfall wird vom gefürchteten Dunklen Lord Kazimir Blackrose entführt und zu seiner Braut gemacht – doch statt gefangener Jungfrau wird sie zur selbstbestimmten Lady Blackrose. Eine humorvolle, selbstironische Romantasy mit Enemies-to-Lovers und deutlich erotischen Szenen. Rezension von Elisabeth Sandkötter.

The Dark Lords Guide to Dating - Tiffany Hunt

The Dark Lords Guide to Dating and Other War Crimes von Tiffany Hunt

The Dark Lord's Guide to Dating (and Other War Crimes) von Tiffany Hunt (Penhaligon)
Copyright © Penhaligon

Lesen, wenn du …

  • humorvolle Romantasy mit Enemies-to-Lovers und Forced Marriage magst,
  • Bücher wie „Assistant to the Villain“ oder generell Geschichten reizvoll findest, in denen der vermeintliche Bösewicht zum Love Interest wird,
  • schlagfertige Dialoge, düstere Magie und deutlich ausgeprägte Spice-Szenen suchst,
  • und Fantasy nicht immer vollkommen ernst nehmen musst.

„The Dark Lord“ macht aus dem klassischen Kampf zwischen Held und Bösewicht eine selbstironische Romantasy – und funktioniert besonders gut, weil Arabella sich konsequent weigert, einfach nur die gefangene Braut des Dunklen Lords zu sein.

Arabella Evenfall stammt aus der Blutlinie eines berühmten Helden und verfügt über mächtige Heilmagie. Ausgerechnet Kazimir Blackrose, der gefürchtete Dunkle Lord, bringt sie in seine Festung und macht sie schließlich zu Lady Blackrose. Was zunächst wie das vertraute Fantasy-Schema von entführter Jungfrau und finsterem Bösewicht aussieht, entwickelt sich jedoch schnell in eine andere Richtung. Arabella handelt Bedingungen aus, widerspricht Kazimir und beginnt zunehmend, ihre eigene Macht zu entdecken.

Die größte Stärke des Romans ist sein Humor. Kapitelüberschriften wie „Wie man einem Bösewicht seine Magie anvertraut (Was kann da schon schiefgehen?)“ zeigen bereits, dass die Geschichte ihre Fantasy-Klischees bewusst kommentiert. Auch Kazimir ist weniger eindimensional böse, als sein Ruf vermuten lässt: Unter seiner Herrschaft herrschen zwar harte Bedingungen, gleichzeitig bietet er den Menschen Schutz, den das Königreich offenbar nicht gewährleisten kann.

Interessanter als die eigentliche Weltrettung ist deshalb die Beziehung zwischen Arabella und Kazimir. Aus Misstrauen und gegenseitigen Provokationen entsteht zunehmend echte Partnerschaft. Besonders überzeugend ist, dass Arabellas Selbstbestimmung dabei zum zentralen Thema wird. Am Ende weist sie sogar diejenigen zurück, die behaupten, sie vor dem Dunklen Lord „retten“ zu müssen.

Dabei sollte man wissen: Die Romance nimmt sehr viel Raum ein und wird im Verlauf auch deutlich erotisch. Wer vor allem komplexes Worldbuilding oder epische High Fantasy erwartet, dürfte deshalb weniger glücklich werden. Wer dagegen Villain-Romance, Wortgefechte, Magie und bewusst überzeichnete Fantasy-Unterhaltung sucht, bekommt genau das.

„The Dark Lord“ ist eine unterhaltsame, selbstironische Romantasy, die bekannte Fantasy-Motive genüsslich verdreht. Nicht unbedingt etwas für Leser:innen klassischer High Fantasy – dafür umso mehr für alle, die ihren Dunklen Lord lieber charmant, gefährlich und erstaunlich beziehungsfähig mögen.

Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die redaktionelle Bewertung erfolgt unabhängig.

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