Rezension: Revenge – Du sollst flehen – S.T. Abby
Ein kompromissloser, düsterer Rache-Thriller mit moralisch ambivalenten Figuren – Rezension von Matthias Branscheidt zu Revenge – Du sollst flehen von S.T. Abby.
Revenge Du sollst flehen von ST Abby
Mit „Revenge – Du sollst flehen“ setzt S.T. Abby die Geschichte um Lana Myers und FBI-Agent Logan Bennett konsequent und deutlich düster fort. Lana arbeitet weiter ihre ganz persönliche Liste ab – und je näher sie ihrem eigentlichen Ziel kommt, desto deutlicher wird, welches Ausmaß die Ereignisse ihrer Vergangenheit tatsächlich hatten.
Besonders reizvoll bleibt der Widerspruch zwischen den beiden Hauptfiguren: Logan sucht als FBI-Agent nach einem brutalen Serienmörder, ohne zu ahnen, dass die Frau, die er liebt, genau diejenige ist, die er jagt. Gleichzeitig wirkt Lana keineswegs eindimensional. Hinter ihrer Grausamkeit stehen traumatische Erfahrungen, Wut und ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Gerechtigkeit. Dadurch zwingt die Geschichte immer wieder dazu, die eigenen moralischen Grenzen zu hinterfragen.
Der Roman ist schnell erzählt, wechselt geschickt zwischen unterschiedlichen Perspektiven und verbindet harte Thriller-Szenen mit überraschend leichten und romantischen Momenten. Gerade dieser Kontrast sorgt dafür, dass die Handlung trotz der teilweise drastischen Gewalt nicht ausschließlich bedrückend wirkt. Die Shakespeare-Zitate zu Beginn der Kapitel geben dem Rachemotiv zudem einen passenden roten Faden.
„Revenge – Du sollst flehen“ ist kompromisslos, spannend und stellenweise sehr brutal. Wer düstere Thriller mit einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte und moralisch ambivalenten Figuren mag, dürfte hier bestens unterhalten werden. Allerdings endet auch dieser Teil an einem Punkt, an dem man unmittelbar wissen möchte, wie es weitergeht.
Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die redaktionelle Bewertung erfolgt unabhängig.
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