Rezension: Das Haus Faber-Castell – Träume in Farbe – Elke Becker

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„Träume in Farbe“ macht aus Unternehmensgeschichte vor allem Frauengeschichte – Rezension von Elisabeth Sandkötter zu „Das Haus Faber-Castell – Träume in Farbe“ von Elke Becker.

Das Haus Faber-Castell von Elke Becker (Heyne)
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Lesen, wenn du …

  • historische Familiensagas rund um bekannte Unternehmerdynastien magst,
  • Bücher wie „Die Tuchvilla“ von Anne Jacobs gerne liest,
  • dich für das 19. Jahrhundert, gesellschaftlichen Wandel und die Rolle von Frauen interessierst,
  • und lieber Figuren und Familienkonflikte als große historische Schlachten verfolgst.

„Träume in Farbe“ macht aus Unternehmensgeschichte vor allem Frauengeschichte – und ist dann am stärksten, wenn es um Selbstbestimmung, soziale Unterschiede und den Preis gesellschaftlicher Erwartungen geht.

Elke Becker führt ins Jahr 1847 nach Stein bei Nürnberg und erzählt die Entwicklung der Familie Faber aus mehreren Perspektiven. Im Zentrum steht Ottilie, deren Beziehung zu Lothar Faber sich von enger Freundschaft zur Liebe entwickelt. Während Lothar das Familienunternehmen weiter voranbringen will, möchte Ottilie ihre eigenen künstlerischen Ambitionen nicht einfach den Erwartungen an eine Ehefrau unterordnen.

Mit Elise Seidel erhält der Roman eine zweite starke Frauenfigur. Die verwitwete Hebamme bewegt sich in einer völlig anderen gesellschaftlichen Welt und macht die schwierigen Lebensbedingungen vieler Arbeiterfamilien sichtbar. Gerade dieser Kontrast zwischen wohlhabender Unternehmerfamilie und Arbeiterschaft gibt der Geschichte zusätzliche Tiefe.

Die Autorin verbindet reale Stationen der Familien- und Firmengeschichte bewusst mit fiktionalen Figuren und privaten Entwicklungen. Dadurch liest sich der Roman eher wie eine klassische historische Familiensaga als wie eine Unternehmenschronik. Liebesgeschichten, familiäre Spannungen und persönliche Schicksale nehmen entsprechend viel Raum ein.

Manche Konflikte werden recht gefühlvoll und zugänglich erzählt; wer eine nüchterne historische Rekonstruktion erwartet, ist hier deshalb falsch. Wer dagegen gern in vergangene Lebenswelten eintaucht und besonders die Perspektive von Frauen sucht, findet viel Stoff.

„Das Haus Faber-Castell – Träume in Farbe“ lohnt sich vor allem für Fans historischer Familiensagas: atmosphärisch, leicht zugänglich und mit einem interessanten Blick darauf, welche Rolle Frauen und soziale Verantwortung hinter einer bekannten Unternehmergeschichte gespielt haben könnten.

Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die redaktionelle Bewertung erfolgt unabhängig.

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