Rezension: Die Legende von Una Everlasting – Alix E. Harrow
„Die Legende von Una Everlasting“ ist weniger ein klassisches Heldenepos als eine melancholische Geschichte über Schicksal, Erinnerung und das Umschreiben von Legenden – Rezension von Elisabeth Sandkötter zu „Die Legende von Una Everlasting“ von Alix E. Harrow.
Die Legende von Una Everlasting von Alix E Harrow
Lesen, wenn du …
- literarische Fantasy mit Zeitreisen, Mythen und tragischer Liebesgeschichte magst,
- Bücher wie „Der unsichtbare Lebenslauf der Addie LaRue“ oder romantisch-melancholische Fantasy schätzt,
- Geschichten über Schicksal, Erinnerung und das Umschreiben von Legenden spannend findest,
- und lieber atmosphärische Fantasy liest als actionreiche Schlachten.
„Die Legende von Una Everlasting“ ist weniger ein klassisches Heldenepos als eine melancholische Geschichte darüber, wie weit man gehen würde, um einen geliebten Menschen vor seinem vorbestimmten Ende zu retten.
Una Everlasting gilt seit Jahrhunderten als legendäre Heldin. Als der junge Historiker Owen Mallory jedoch ein verschollen geglaubtes Manuskript erhält, entdeckt er eine Version ihrer Geschichte, die niemand kennt. Wenig später wird er selbst in Unas Vergangenheit gezogen – und beginnt, nicht mehr nur ihre Legende zu erforschen, sondern ihren Lauf verändern zu wollen.
Alix E. Harrow spielt dabei sehr reizvoll mit dem Unterschied zwischen Mythos und Wirklichkeit. Die berühmte Ritterin, über die Generationen heroische Geschichten erzählt haben, ist in der Realität widersprüchlicher, verletzlicher und menschlicher. Gleichzeitig muss Owen feststellen, dass Geschichte sich nicht beliebig korrigieren lässt.
Besonders stark ist der Roman in seinen ruhigeren Momenten. Die Beziehung zwischen Owen und Una entwickelt sich nicht neben der eigentlichen Handlung, sondern wird zu ihrem Kern. Wiederholung, Verlust und die Frage, ob Liebe stärker sein kann als ein bereits geschriebenes Schicksal, verleihen der Geschichte zunehmend emotionale Wucht.
Wer eine geradlinige Fantasy-Abenteuergeschichte erwartet, könnte das bewusst verschachtelte Erzählen und die wiederkehrenden Zeitschleifen stellenweise als langsam empfinden. Gerade diese Struktur macht den Roman jedoch ungewöhnlich.
„Die Legende von Una Everlasting“ lohnt sich für Leser:innen, die Fantasy gern mit literarischem Anspruch, Romantik und einer Portion Tragik lesen. Ein atmosphärischer Roman über Legenden – und darüber, was von ihnen übrig bleibt, wenn man den Menschen dahinter kennenlernt.
Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die redaktionelle Bewertung erfolgt unabhängig.
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