Bis du erstickst – Bernd Zimmermann
Ein Mann stirbt auf einer Parkbank, erstickend an dem, was er nie gesagt hat. Eine Frau sieht ihn sterben – selbst gefangen in Mustern, die sie und ihre Familie zerstören. Ein literarisches Triptychon von Bernd Zimmermann (EREMITAGE PUBLISHING) über Anpassung, verborgene Wunden und die Frage, wer wir wären, wenn wir aufhören würden, uns anzupassen.
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Der folgende Beitrag basiert auf vom Verlag bereitgestellten Informationen und Veröffentlichungstexten.
Wie lange kannst du den Atem anhalten? Wie lange passt du dich an? Bis du vergisst zu atmen? Bis du vergisst, wer du bist?
Ein Mann hat es sein ganzes Leben lang getan. Unsichtbar sein. Bedürfnisse verleugnen. Träume begraben. Bis nichts mehr übrig war. Auf einer Parkbank endet sein Leben. Erstickend an dem, was er nie gesagt hat.
Eine Frau sieht ihn sterben. Sie selbst am Ersticken. Gefangen in Mustern, die sie zerstören. Ihr Herz chaotisch. Ihre Kinder beschädigt. Ihr Partner am Ende. Sie kreist um sich selbst, während alles um sie herum den Preis zahlt.
Doch unter der Oberfläche beider Leben liegt eine Landschaft, die nur etwas Uraltes bezeugen kann. Eine Topographie aus Rissen, die sich nicht schließen wollen. Eis, das schützt, oder gefangen hält. Stürmen, die verhüllen. Und ganz tief, unter dem Erstickten, liegt vielleicht etwas, das noch atmen will?
„Bis Du erstickst“ ist ein literarisches Triptychon über das, was wir in uns tragen und nie aussprechen. Über die Sehnsucht nach Klarheit, die es nicht gibt. Über das Ringen, ein guter Mensch zu werden, wenn die eigene Geschichte dagegen arbeitet. Ein Buch, das verstört, berührt und tröstet zugleich.
- Verlag: EREMITAGE PUBLISHING
Nachgefragt bei Bernd Zimmermann
Was ist der zentrale Kern deines Buches – und worum geht es dir dabei besonders?
Im Kern geht es um eine einzige, sehr einfache Frage, die die meisten Menschen sich nie laut stellen: Wer wäre ich, wenn ich aufhören würde, mich anzupassen? Mir ging es nicht darum, eine Lösung anzubieten. Ich wollte Wunden zeigen, ohne sie sofort zu verbinden. Denn manche Themen im Leben muss man für sich durchqueren.
Wie ist die Idee zu deinem Buch entstanden, und was hat dich beim Schreiben besonders inspiriert?
Wie oft begegnen sich Menschen zufällig in ihrem Leben? Man läuft im Park an einem Mann auf einer Bank vorbei. Zwei Leben, die sich für einen Sekundenbruchteil berühren – und trotzdem komplett aneinander vorbeigehen. Aus dieser Idee ist ein ganzes Triptychon gewachsen: drei Stimmen, drei Stile, drei Arten, am eigenen Leben vorbeizuleben.
Was sollen die Leserinnen und Leser nach der letzten Seite aus deinem Buch mitnehmen?
Keine Antworten oder Lösungen. Eher eine Unruhe, die etwas Gutes in sich trägt. Ich hoffe, dass Leser:innen sich oder ihre Lebensumstände an einer Stelle im Buch selbst wiedererkennen, vielleicht unangenehm genau. Denn unter jeder Anpassung, unter jedem Riss der Seele liegt etwas, das noch lebendig ist. Es ist nicht verloren. Nur verborgen.
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