Rezension: Once Upon a Broken Heart – Stephanie Garber
Ein bildreicher, verführerischer Romantasy-Auftakt mit einem faszinierenden Antihelden – Rezension von Elisabeth Sandkötter zu Once Upon a Broken Heart von Stephanie Garber.
Once Upon a Broken Heart von Stephanie Garber
Lesen, wenn du …
- märchenhafte Romantasy mit Flüchen, Schicksalsmächten und gefährlichen Pakten magst,
- Bücher wie „Caraval“ oder Geschichten im Stil düsterer Märchen liebst,
- moralisch schwer durchschaubare Figuren und Slow-Burn-Spannung reizvoll findest,
- und nichts dagegen hast, dass ein erster Band viele Fragen offenlässt.
„Once Upon a Broken Heart“ ist eine märchenhaft-düstere Romantasy, deren größte Stärke nicht die Liebesgeschichte selbst ist, sondern das ständige Spiel mit Hoffnung, Täuschung und der Frage, wem Evangeline überhaupt vertrauen kann.
Evangeline Fox glaubt an wahre Liebe und an Märchen – selbst dann noch, als ihr eigenes Herz gebrochen wird. In ihrer Verzweiflung schließt sie einen Pakt mit Jacks, dem Prinzen der Herzen. Drei Küsse soll sie ihm schulden, zu Zeitpunkten und für Personen seiner Wahl. Dass ein Handel mit einer Schicksalsmacht niemals so einfach bleibt, versteht sie erst, als die Folgen längst nicht mehr rückgängig zu machen sind.
Stephanie Garber baut daraus eine Welt, die bewusst wie ein dunkles Märchen funktioniert. Verzauberte Türen, Flüche, magische Zeitungen, Vampire und alte Legenden sorgen für eine verspielte Atmosphäre, in der kaum etwas so ist, wie es zunächst scheint. Besonders Jacks trägt dazu bei: Er ist charmant, manipulativ und gefährlich – und gerade deshalb deutlich interessanter als ein klassischer romantischer Held.
Evangeline wiederum ist keine abgeklärte Heldin. Ihre Hoffnung macht sie verletzlich, führt sie mehrfach in falsche Entscheidungen, ist aber gleichzeitig das, was sie antreibt. Diese Mischung funktioniert gut, auch wenn man sich gelegentlich wünscht, sie würde manche Warnzeichen früher ernst nehmen.
Die Handlung lebt von Wendungen und Geheimnissen, wirkt dadurch stellenweise beinahe überladen. Wer sehr logisch aufgebaute Fantasy oder ausführliches Worldbuilding erwartet, könnte sich daran stören. Wer dagegen Atmosphäre, romantische Spannung und märchenhafte Unberechenbarkeit sucht, dürfte gerade daran Gefallen finden.
„Once Upon a Broken Heart“ lohnt sich vor allem für Fans von Romantasy, die lieber in ein verwunschenes Märchen als in klassische High Fantasy eintauchen möchten. Ein bildreicher, verführerischer Auftakt mit einem faszinierenden Antihelden – und einem Ende, das deutlich macht, dass Evangelines Geschichte gerade erst begonnen hat.
Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die redaktionelle Bewertung erfolgt unabhängig.
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