Eine Vorstellung vom Tod – Sandra Vogt

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Mitten in der Vorstellung stirbt ein Schauspieler im Aschaffenburger Stadttheater: Der Krimi von Sandra Vogt führt Kommissar Kastner in ein Netz aus Lügen und Intrigen.

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Kommissar Kastner wird in der Nacht zu einem Mordfall im Aschaffenburger Stadttheater gerufen. Mitten in der Vorstellung kam der Schauspieler Pratczek ums Leben.

Kastner ermittelt und schon bald stößt er auf ein schmutziges Geheimnis, das Pratczek umgibt. Seine Spur führt ihn nach Biebigheim. Durch diesen mysteriösen Mord tappt Kastner in ein fest gewobenes Netz von Lügen und Intrigen, die ihn auf die Spur des charismatischen Geistlichen Ullrich Siebrecht führt. Dort entlarvt der Kommissar einen zweiten Mord, während Siebrecht von einem unheimlichen Stalker terrorisiert wird.

Ist wirklich der Geistliche der Mörder, oder befindet er sich unter den Mitgliedern der Dorfgemeinschaft?

Nachgefragt bei Sandra Vogt

Was ist der zentrale Kern deines Buches – und worum geht es dir dabei besonders?
Ich möchte auf die vielen Fälle von häuslicher Gewalt und das häufig damit verbundene Schweigen aufmerksam machen. Viele Menschen, die in einer lang gewachsenen Dorfgemeinschaft groß geworden sind, kennen die Geschichten, die über bestimmte Familien erzählt werden. Jeder kennt die Wahrheit, niemand ruft die Polizei.

Gleichzeitig ist es mir ein Anliegen, dass das gesellschaftliche Thema der sexuellen Identität und der häufig angepriesenen Offenheit der Gesellschaft dafür ansprechen. Vielfalt und eine bunte Gesellschaft sind Werte, die sich in einem langen und häufig auch schmerzvollen Prozess der Intoleranz langsam entwickeln und an die Öffentlichkeit treten konnte. Trotzdem gibt es immer wieder geschlossene gesellschaftliche Systeme und Gemeinschaften, in dem gleichgeschlechtliche Liebe, nonbinäre Geschlechtlichkeit oder andere Themen aus diesem Bereich totgeschwiegen werden müssen, um sich zu schützen.

Wie ist die Idee zu deinem Buch entstanden, und was hat dich beim Schreiben besonders inspiriert?
Ich bin selbst als „Dorfkind“ aufgewachsen und habe im Erwachsenenalter dieses Umfeld verlassen und sehr viele andere Orte und Menschen kennengelernt, die mich, meine Haltung und mein Verständnis von einer toleranten Gesellschaft sehr verändert haben. Übrig geblieben ist die Frage, warum unter dem Deckmantel einer verschwiegenen Gemeinschaft Grundrechte, Fortschritt und Offenheit plötzlich nicht mehr funktionieren und Werte und Haltung in den Hintergrund treten, nur um nicht mit diesen Themen konfrontiert zu sein und sich offen dagegen zu wehren oder Zivilcourage zu beweisen, auch wenn es den Ausschluss aus dieser kranken Gemeinschaft bedeuten würde. Interessant ist die große Angst, selbst zum Außenseiter zu werden.

Was sollen die Leserinnen und Leser nach der letzten Seite aus deinem Buch mitnehmen?
Bestenfalls bleiben keine Antworten, sondern Fragen in den Köpfen der Leser übrig. Dieses Buch ist ein spannender Krimi und gleichzeitig eine Anregung, seine eigene Haltung und Wertvorstellungen zu den aufgeworfenen Fragen zu prüfen.

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