Der Kleine Gedanke und die 112 – Wie Kinder im Notfall helfen können (Der Kleine Gedanke 1) – Francis Marlow
Band 1 der Reihe Der Kleine Gedanke von Francis Marlow – Ein Kinderbuch, das Mut macht: Was tun, wenn Oma plötzlich Hilfe braucht? Der Kleine Gedanke wählt die 112.
Was tun, wenn plötzlich jemand Hilfe braucht? Und was kann ein Kind tun, wenn kein Erwachsener in der Nähe ist?
Der Kleine Gedanke verbringt einen schönen Nachmittag bei seiner Oma. Gemeinsam backen sie einen leckeren Blaubeerkuchen. Doch plötzlich wird Oma ganz still. Sie wird blass, fühlt sich nicht gut und sagt: „Mein Herz fühlt sich so komisch an.“
Der Kleine Gedanke weiß zunächst nicht, was mit Oma los ist. Aber er weiß: Oma braucht Hilfe.
Er erinnert sich daran, was Oma ihm einmal erklärt hat: Wenn jemand plötzlich dringend Hilfe braucht, kann man die 112 anrufen.
Also nimmt der Kleine Gedanke allen Mut zusammen und wählt den Notruf. Am Telefon meldet sich eine freundliche Stimme. Sie stellt ihm Fragen, bleibt ruhig und hilft ihm dabei, alles richtig zu machen. Der Kleine Gedanke bleibt bei Oma, hört gut zu, beantwortet die Fragen und wartet auf die Helfer.
Wenig später kommt der Rettungsdienst.
Ein Kinderbuch, das Mut macht
„Der Kleine Gedanke und die 112“ vermittelt Kindern auf einfache und verständliche Weise, was sie in einem Notfall tun können.
Das Buch zeigt:
- wann es wichtig sein kann, die 112 anzurufen
- dass auch Kinder die 112 anrufen dürfen
- was Kinder am Telefon sagen können
- warum es wichtig ist, gut zuzuhören
- warum man auf die Fragen der Leitstelle warten und nicht selbst auflegen sollte
- dass man nicht alles wissen muss, um Hilfe zu holen
- dass Hilfe holen selbst schon Helfen ist
Die Geschichte nimmt Kindern die Angst vor dem Notruf, ohne einen Notfall dramatisch oder beängstigend darzustellen. Die freundliche Stimme am Telefon begleitet den Kleinen Gedanken Schritt für Schritt und gibt ihm Sicherheit.
Zum Vorlesen und gemeinsamen Besprechen
Das liebevoll erzählte Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren eignet sich zum Vorlesen zu Hause, für Kindergärten, Vorschule und Grundschule.
Nachgefragt bei Francis Marlow
Was ist der zentrale Kern deines Buches – und worum geht es dir dabei besonders?
Ein Notfall kommt oft unerwartet. Und manchmal sind Kinder die Ersten, die bemerken, dass etwas nicht stimmt. Doch was tun, wenn Oma plötzlich Hilfe braucht und kein Erwachsener in der Nähe ist?
„Der Kleine Gedanke und die 112“ greift eine Situation auf, über die viele Menschen erst sprechen, wenn es zu spät ist: Wie können wir Kinder darauf vorbereiten, in einem Notfall Hilfe zu holen, ohne ihnen Angst zu machen?
Im Mittelpunkt steht nicht der Notfall selbst, sondern der Mut, den ersten Schritt zu tun. Die Geschichte zeigt, dass Kinder keine kleinen Rettungskräfte sein müssen. Sie müssen weder alles verstehen noch alle Antworten kennen. Es reicht, sich Hilfe zu holen und sich von der Leitstelle Schritt für Schritt begleiten zu lassen.
Mir ist wichtig, Kindern zu vermitteln, dass sie nicht hilflos sind. Und Erwachsenen möchte ich einen Anstoß geben, frühzeitig mit Kindern über die 112 zu sprechen. Denn Wissen kann Sicherheit schaffen, wenn es darauf ankommt.
Wie ist die Idee zu deinem Buch entstanden, und was hat dich beim Schreiben besonders inspiriert?
Durch meine frühere Ausbildung im Rettungsdienst und meine ehrenamtliche Tätigkeit als First Responder habe ich mich intensiv mit Notfallsituationen beschäftigt. Dabei wird deutlich, wie entscheidend die ersten Minuten sein können. Wenn plötzlich etwas passiert, sind Menschen oft verunsichert. Sie wissen nicht genau, was los ist, was sie tun sollen oder ob sie überhaupt helfen können.
Gerade deshalb ist mir ein Gedanke besonders wichtig: Man muss kein medizinisches Wissen haben, um etwas Entscheidendes zu tun. Manchmal beginnt Hilfe damit, zum Telefon zu greifen, die 112 zu wählen und die Fragen der Leitstelle so gut wie möglich zu beantworten. Die Menschen am anderen Ende der Leitung helfen dabei, die nächsten Schritte zu finden.
Ich habe mich gefragt, wie man dieses Wissen Kindern vermitteln kann, ohne ihnen Angst zu machen. Denn auch ein Kind kann einmal in die Situation kommen, dass ein Mensch, den es liebt, plötzlich Hilfe braucht. In diesem Moment sollte es nicht völlig hilflos sein, sondern wissen: Ich darf Hilfe holen. Ich muss das nicht allein schaffen.
So entstand „Der Kleine Gedanke und die 112“. Ich wollte zeigen, wie aus Unsicherheit Schritt für Schritt Handlungsfähigkeit werden kann. Der Kleine Gedanke muss kein Held sein und den Notfall nicht selbst lösen. Er muss nur den Mut finden, den ersten Schritt zu machen, und darf sich darauf verlassen, dass ihm geholfen wird.
Diese Botschaft liegt mir besonders am Herzen: Kindern frühzeitig Sicherheit zu geben, kann ihnen helfen, in einer schwierigen Situation überhaupt ins Handeln zu kommen. Denn manchmal beginnt Helfen mit einem einzigen Anruf.
Was sollen die Leserinnen und Leser nach der letzten Seite aus deinem Buch mitnehmen?
Ich wünsche mir, dass Kinder nach dem Lesen nicht nur eine berührende Geschichte erlebt haben, sondern auch wissen, wie sie im Notfall Hilfe holen können.
Ergänzt wird die Geschichte durch einen kindgerechten Lernteil, der das Wichtigste noch einmal verständlich zusammenfasst. Kinder erfahren, wann sie die 112 anrufen dürfen, welche Fragen beim Notruf gestellt werden und warum es wichtig ist, gut zuzuhören und am Telefon zu bleiben. So verbindet das Buch eine emotionale Geschichte mit praktischem Wissen, das Kindern Sicherheit geben kann.
Genauso wichtig ist mir, dass Eltern, Großeltern und pädagogische Fachkräfte das Buch als Einladung verstehen, frühzeitig mit Kindern über Notfälle zu sprechen. Der Lernteil bietet einen konkreten Anknüpfungspunkt, um das Gelernte gemeinsam zu wiederholen und Fragen zu besprechen, bevor es tatsächlich einmal darauf ankommt.
Am Ende soll vor allem eine Botschaft bleiben: Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet manchmal, trotz der eigenen Unsicherheit zum Telefon zu greifen und Hilfe zu holen.
Denn ein Kind muss einen Notfall nicht selbst lösen können, um etwas Entscheidendes zu bewirken. Es muss nur wissen, dass es Hilfe holen darf. Und manchmal beginnt Helfen mit einem einzigen Anruf.
Mehr zum Buch
Altersempfehlung: ab 4 bis 9 Jahren.
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