Der Streifen dazwischen – W.H. Hartmann

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Wolf und Margit lernen sich über eine Dating-App kennen – und geraten zwischen die Linien zweier Familiengeschichten, die einander eigentlich nie hätten begegnen sollen. Gemeinsam brechen sie nach Kapstadt auf, wo Margit eine seit dreizehn Jahren verschwiegene Schuld einholt. Ein Roman von W.H. Hartmann über zwei zerrissene Familien und ein zerrissenes Land.

Der Streifen dazwischen - W.H. Hartmann

Zwei Familien, ein zerrissenes Land – und eine Liebe, die an denselben Linien zerbricht, an denen gerade alles andere zerbricht.

Eine Dating-App, ein erster gemeinsamer Morgen, zwei Familiengeschichten, die einander eigentlich nie hätten begegnen sollen. Wolf, Fotograf. Margit, Krankenschwester. Sein Großvater: 1933 stellvertretender Leiter der Gestapo. Ihr Großvater: Kommunist seit der Weimarer Republik, Wehrmachts-Strafdivision 999, amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Was als Anziehung beginnt, zerbricht an denselben Linien, an denen gerade ein ganzes Land zerbricht. Ein Kuss zur falschen Zeit. Ein Satz vor der Wahlberichterstattung, der sich nicht zurücknehmen lässt. Eine Paartherapie, die tiefer gräbt, als beide wollten.

Gemeinsam brechen Wolf und Margit nach Kapstadt auf. Sie sucht Abstand von einer Schuld, die sie seit dreizehn Jahren verschweigt: einem Sohn, der nicht mehr mit ihr spricht. Kapstadt hält keine einfachen Antworten bereit – bis alles sich verändert.

„Der Streifen dazwischen“ ist ein Roman über zwei Familien, ein zerrissenes Land im Kleinen, und eine Mutter, die lernen muss, mit etwas zu leben, das sich nicht reparieren lässt.

Nachgefragt bei W.H. Hartmann

Was ist der zentrale Kern des Buches?
Es geht mir nicht um Politik. Es geht darum, ob ein Mensch mit einer Schuld weiterleben kann, die sich nicht mehr reparieren lässt. Und ob Flucht – geografisch, emotional – je etwas anderes ist als Aufschub. Die politischen Brüche zwischen Wolf und Margit sind die Oberfläche. Darunter liegt die Geschichte einer Mutter, die ihr Kind über Jahre in kleinen Schritten verloren hat – nicht durch einen Bruch, sondern durch Abwesenheit in den Momenten, in denen es zählte.

Wie ist die Idee entstanden?
Die Idee kam auf einem Spaziergang. Der Ausgangspunkt war ein Gedanke, der sich nicht abschütteln ließ: Geschichten, wie es sie in vielen deutschen Familien gibt – zwei Großväter, die auf entgegengesetzten Seiten standen und die doch, jeder auf seine Weise, gegen dasselbe kämpften. Daraus wurde die Frage, die den ganzen Roman trägt: Was erben wir von Vergangenheiten, über die nie gesprochen wird?

Was sollen Leserinnen und Leser mitnehmen?
Am Ende steht eine Frau allein in Kapstadt, mit einem Koffer und einer Stille, in der plötzlich nichts mehr selbstverständlich ist. Ich möchte, dass Leser:innen spüren, wie schnell aus Zuversicht Verlust werden kann – und dass eine Geste manchmal mehr sagt als jedes Gespräch.

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