2099 – DIE ARCHEN (Band 1) – Michael Frowein
Band 1 der Reihe „2099 – DIE ARCHEN“ von Michael Frowein – ein Science-Fiction-Roman über eine drohende Katastrophe, den Bau der Archen und die Frage, wer gerettet werden soll.
Wenn die Welt aus den Fugen gerät, wer entscheidet, wem eine Zukunft bleibt?
Die Zukunft ist nicht mehr offen – sie wird berechnet. Neue Messdaten kündigen eine globale Katastrophe an, und plötzlich steht nicht mehr die Rettung der Menschheit im Zentrum, sondern die Frage, wer gerettet werden soll. In Genf entsteht ein Plan von historischer Tragweite. Archen werden vorbereitet, Versorgungslinien gesichert, Standorte ausgewählt. Doch wo Kriterien herrschen, beginnt die Auslese.
Während offizielle Programme unter strenger Kontrolle wachsen, entsteht tief im Karwendel eine andere Zuflucht – gebaut aus Improvisation, Mut und dem Glauben an Menschlichkeit. Robert Wagner, Sonderbeauftragter des Rates, soll bewerten, begrenzen, notfalls beenden. Je näher er dem Projekt kommt, desto schärfer gerät er zwischen Systemtreue und Gewissen. Gleichzeitig liefern die Messwerte aus dem Atacama Observatorium Hinweise, die alles verändern.
Die Zeit läuft schneller ab als gedacht – und mit jedem neuen Parameter wächst die Gefahr, dass nicht nur der Plan scheitert, sondern auch die Idee von Gerechtigkeit.
Nachgefragt bei Michael Frowein
Was ist der zentrale Kern deines Buches – und worum geht es dir dabei besonders?
Im Mittelpunkt von „2099 – Die Archen“ steht für mich weniger die drohende Katastrophe selbst als die Frage, wie Menschen damit umgehen. Was geschieht, wenn plötzlich klar wird, dass möglicherweise nicht alle gerettet werden können? Wer entscheidet, wer eine Zukunft bekommt? Und was passiert, wenn wirtschaftliche Interessen, Macht und persönlicher Überlebenswille wichtiger werden als gesellschaftliche Verantwortung? Die Science-Fiction bildet dabei den Rahmen. Im Kern geht es um Menschen, ihre Entscheidungen und die Konsequenzen daraus. Mir war wichtig, dass es dabei keine einfache Einteilung in Gut und Böse gibt. Viele Figuren handeln aus ihrer eigenen Sicht nachvollziehbar, auch wenn ihre Entscheidungen für andere verheerende Folgen haben können.
Wie ist die Idee zu deinem Buch entstanden, und was hat dich beim Schreiben besonders inspiriert?
Die Idee entstand aus der Beobachtung dessen, was gegenwärtig auf unserem Planeten geschieht. Dabei beschäftigte mich immer wieder eine Frage: Muss all das zwangsläufig so weitergehen, oder wären wir als Gesellschaft in der Lage, eine andere Richtung einzuschlagen? Ich wollte darüber keine Antworten vorgeben und auch keine Botschaft formulieren, die dem Leser sagt, was richtig oder falsch ist. Ich wollte eine Geschichte erzählen, die zum Nachdenken anregt. Deshalb versetzt „2099 – Die Archen“ die Menschheit in eine Extremsituation. Plötzlich werden Entscheidungen notwendig, die sich nicht mehr vertagen lassen. Wissenschaft, Politik, wirtschaftliche Interessen und persönliche Verantwortung treffen unmittelbar aufeinander. Besonders interessiert hat mich dabei der Mensch selbst. Wie verändern sich unsere Maßstäbe, wenn es nicht mehr um theoretische Probleme geht, sondern um die eigene Zukunft? Welche Entscheidungen treffen wir unter Druck, und welche Alternativen wären möglich gewesen? Die Welt von „2099″ ist Science-Fiction. Die Fragen, die darin gestellt werden, sind es für mich nicht.
Was sollen die Leserinnen und Leser nach der letzten Seite aus deinem Buch mitnehmen?
Im besten Fall zunächst einmal den Wunsch, die Geschichte weiterzulesen. „Die Archen“ ist der Auftakt einer Reihe, und am Ende des ersten Bandes sind längst nicht alle Fragen beantwortet. Darüber hinaus würde ich mich freuen, wenn einige der Entscheidungen und Konflikte noch ein wenig nachwirken. Was hätte ich selbst getan? Wo hätte für mich eine moralische Grenze gelegen? Und wie sicher wäre ich mir meiner Haltung noch, wenn nicht abstrakt über das Schicksal der Menschheit entschieden würde, sondern über mein eigenes und das der Menschen, die mir nahestehen? Wenn eine Science-Fiction-Geschichte solche Fragen hinterlässt und ihre Figuren nach dem Zuklappen des Buches noch eine Weile im Kopf bleiben, hat sie für mich viel erreicht.
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