Rezension: Kalter Wald – Lutz Falkner

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Ein atmosphärisch dichter Thriller, der einen aktuellen Mordfall mit einem jahrzehntealten Verbrechen verbindet – Rezension von Matthias Branscheidt zu Kalter Wald von Lutz Falkner.

Kalter Wald Rezension Cover
Kalter Wald Cover

Ein atmosphärisch dichter Thriller, der einen aktuellen Mordfall mit einem jahrzehntealten Verbrechen verbindet – Rezension von Matthias Branscheidt zu Kalter Wald von Lutz Falkner.

Mit Kalter Wald legt Lutz Falkner einen atmosphärisch dichten Thriller vor, der einen aktuellen Mordfall geschickt mit einem jahrzehntealten Verbrechen verbindet. Als im Jahr 2005 eine Jugendliche in einem Bochumer Waldstück tot aufgefunden wird, erkennt Ermittler Jan Hiller beunruhigende Parallelen zu einem Fall aus dem Jahr 1981. Damals war er selbst fünfzehn Jahre alt und kannte den verurteilten Täter.

Besonders gelungen ist der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Schritt für Schritt wird deutlich, wie stark die damaligen Ereignisse Jan geprägt haben und weshalb er bis heute an der offiziellen Version des Falls zweifelt. Die Beziehung zu seiner ebenso aufmerksamen wie durchsetzungsstarken Kollegin Petra Haase verleiht den Ermittlungen zusätzliche Tiefe.

Der Roman setzt weniger auf spektakuläre Effekte als auf eine stetig wachsende, unterschwellige Bedrohung. Der Wald wird dabei zu einem eindrucksvollen Schauplatz, an dem Erinnerungen, Schuld und verdrängte Wahrheiten miteinander verschmelzen. Präzise Beobachtungen, glaubwürdige Figuren und eine beklemmende Atmosphäre sorgen dafür, dass die Spannung bis zur Auflösung erhalten bleibt.

Kalter Wald ist ein ruhiger, psychologisch geprägter Thriller über einen alten Justizirrtum, persönliche Verantwortung und die Frage, wie lange eine verdrängte Wahrheit verborgen bleiben kann.

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