Official Truth – Wer entscheidet, was du weißt? – Nico Haarlammert
Physiotherapeut Christian Wozniak wird von Albträumen und Gedächtnislücken heimgesucht – und beginnt an seiner eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. Ein Thriller in einer nahen Zukunft totaler Überwachung von Nico Haarlammert.
Der Physiotherapeut Christian Wozniak hat sein Leben im Griff, bis ihn immer häufiger Albträume und Gedächtnislücken heimsuchen.
Zunächst versucht er, die Vorfälle zu verdrängen. Doch als seine Erinnerungen plötzlich nicht mehr mit dem übereinstimmen, was ihm nahestehende Menschen berichten, beginnt er an seiner eigenen Wahrnehmung zu zweifeln.
In einer nahen Zukunft, in der Algorithmen das Verhalten der Menschen analysieren und Behörden über das menschliche Wohlergehen wachen, bleibt kaum etwas unbeobachtet. Was zunächst wie Fürsorge wirkt, entwickelt sich zunehmend zur Bedrohung. Informationen verschwinden, Begegnungen wirken inszeniert und selbst alltägliche Zufälle erscheinen nicht mehr zufällig. Schließlich beginnen sogar Freunde und Familie, an Christians Wahrnehmung zu zweifeln.
Auf der Suche nach Antworten gerät Christian immer tiefer ins Visier der Behörden. Doch je näher er der Wahrheit kommt, desto größer wird der Zweifel: Wird seine Realität manipuliert oder verliert er tatsächlich den Verstand?
Nachgefragt bei Nico Haarlammert
Was ist der zentrale Kern deines Buches – und worum geht es dir dabei besonders?
Im Kern geht es in Official Truth um die Frage, wie sehr wir unserer eigenen Wahrnehmung vertrauen können. Mich interessiert besonders die Grenze zwischen Wahrheit und Wirklichkeit. Was passiert, wenn Erinnerungen, Wahrnehmung und das, was andere Menschen für wahr halten, nicht mehr übereinstimmen? Genau diesen Zweifel darf der Leser gemeinsam mit dem Protagonisten erleben.
Wie ist die Idee zu deinem Buch entstanden, und was hat dich beim Schreiben besonders inspiriert?
Die erste Idee entstand bereits 2011, als ich davon las, dass Wissenschaftler unter Laborbedingungen erste Ansätze entwickelt hatten, Trauminhalte aus Gehirnaktivität zu rekonstruieren. Mich faszinierte die Frage, was passieren würde, wenn sich solche Technologien eines Tages wesentlich weiterentwickeln. Später kamen Entwicklungen wie Neuralink und die zunehmende Digitalisierung unseres Alltags hinzu. Daraus entstand nach und nach die Welt von Official Truth – und die Frage, wie weit Technologie in unsere Wahrnehmung und unser Denken eingreifen könnte.
Was sollen die Leserinnen und Leser nach der letzten Seite aus deinem Buch mitnehmen?
Mir ist wichtig, dass man nach der letzten Seite vielleicht ein wenig stärker hinterfragt, ob wirklich immer alles so ist, wie es scheint. Genau deshalb lässt auch das offene Ende Raum für die eigene Interpretation. Gleichzeitig fasziniert mich der Gedanke, dass Technologie weder gut noch schlecht sein muss. Entscheidend ist, wer sie in den Händen hält und was er damit macht. Wie bei einer Waffe. Sie kann schützen und gleichzeitig großen Schaden anrichten.
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