Das Dorf sieht dich – Mara Hank
Sechzig Jahre nach dem Verschwinden eines Mädchens zieht Julia auf den Hof ihrer Großmutter – und beginnt, ein Geheimnis aufzudecken, das ein ganzes Dorf zu begraben versucht. Ein Kriminalroman von Mara Hank.
Du kannst dich nicht verstecken.
Eine Sommernacht, 1964. Ein Mädchen verlässt sein Zimmer – und kehrt nie zurück.
Sechzig Jahre später bringt Julia Kartons, ihre Familie und ahnungslose Hoffnung auf denselben Hof – den ihrer Großmutter. Eine Nachricht, die nie für ihre Augen bestimmt war, führt sie zurück in einen Sommer, über den sich ein ganzes Dorf in Schweigen hüllt. Während die Staatsanwaltschaft den ungelösten Vermisstenfall neu aufrollt, beginnt Julia auf eigene Faust zu ermitteln. Doch je tiefer sie gräbt, desto deutlicher wird: Auch ihre eigene Familie weiß mehr, als sie zugibt.
Schon bald häufen sich die Warnungen – auf ihrem Grundstück, vor ihrer Haustür, mitten in der Nacht. Jemand will, dass die Vergangenheit begraben bleibt. Und dieser Jemand ist näher, als Julia ahnt.
Manche Sommer enden nie. Wem kann man glauben, wenn alle schweigen?
Nachgefragt bei Mara Hank
Was ist der zentrale Kern deines Buches – und worum geht es dir dabei besonders?
Im Mittelpunkt von „Das Dorf sieht dich“ steht Julia, die mit ihrer Familie auf den alten Hof ihrer Großmutter zieht. Eine Nachricht führt sie zu dem ungeklärten Verschwinden der dreizehnjährigen Marie im Jahr 1964. Während die Staatsanwaltschaft den Fall neu aufrollt, beginnt Julia selbst nach der Wahrheit zu suchen und stößt dabei auf Schweigen, Warnungen und Geheimnisse innerhalb ihrer eigenen Familie. Der zentrale Kern des Buches ist die Frage, wie lange ein ganzes Dorf eine Wahrheit verbergen kann – und wem man noch glauben kann, wenn jeder etwas zu verschweigen scheint.
Wie ist die Idee zu deinem Buch entstanden, und was hat dich beim Schreiben besonders inspiriert?
Die Idee entstand aus der Frage, was passiert, wenn ein Geheimnis über Jahrzehnte innerhalb einer Familie und eines ganzen Dorfes bewahrt wird – und plötzlich jemand beginnt, die richtigen Fragen zu stellen. Ich wollte einen fiktiven Kriminalroman schreiben, der in meiner Heimatregion Schaumburg spielt und in dem die Vertrautheit des Dorflebens auf eine lange verschwiegene Vergangenheit trifft.
Inspiriert haben mich Menschen, ihre Geheimnisse und die Abgründe, die sich hinter scheinbar vertrauten Fassaden verbergen können. Auch die ländliche Atmosphäre meiner Heimatregion Schaumburg ist stark in die Geschichte eingeflossen. Gleichzeitig liegt dem Buch eine persönliche Erinnerung an einen Menschen zugrunde, der im Leben oft nicht gesehen wurde. Beim Schreiben war mir deshalb besonders wichtig, dem Übersehenen eine Stimme zu geben.
Was sollen die Leserinnen und Leser nach der letzten Seite aus deinem Buch mitnehmen?
Ich wünsche mir, dass die Leserinnen und Leser mit dem Gedanken zurückbleiben, wie wichtig es ist, hinzusehen und zuzuhören – auch bei Menschen, die leicht übersehen werden. Schweigen kann eine Wahrheit lange verbergen, aber es macht das Geschehene nicht ungeschehen. Vielleicht nehmen sie auch mit, dass manche Geschichten erzählt werden müssen, damit ein Mensch nicht in Vergessenheit gerät.
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