Rezension: Drawn Apart – Mercedes Ron
„Drawn Apart“ ist keine leichte Liebesgeschichte, sondern eine düstere, teilweise beklemmende Mischung aus Romance, Thriller und Machtkampf, die vor allem vom Konflikt zwischen Marfil und Sebastian lebt – Rezension von Matthias Branscheidt zu Drawn Apart von Mercedes Ron.
Drawn Apart von Mercedes Ron
Lesen, wenn du …
- intensive Dark Romance mit Thriller-Elementen magst,
- Geschichten wie „Culpa Mía – Meine Schuld“ spannend findest,
- mit toxischen Beziehungen, Gewalt und psychischem Druck in Romanen umgehen kannst,
- und „Drawn Together“ bereits gelesen hast – denn „Drawn Apart“ ist der zweite Band der Marfil-Saga.
Nach den Ereignissen des ersten Bandes befindet sich Marfil in einer Situation, in der sie kaum noch Kontrolle über ihr eigenes Leben besitzt. Marcus Kozel hält sie fest, manipuliert sie und bedroht nicht nur sie selbst, sondern auch Menschen, die ihr wichtig sind. Als Sebastian wieder auftaucht, bedeutet das deshalb keineswegs automatisch die Rückkehr zu einer romantischen Liebesgeschichte.
Gerade hier liegt die Stärke des Romans. Mercedes Ron zeigt Marfil nicht einfach als Frau, die nur darauf wartet, gerettet zu werden. Die Erfahrungen haben sie verändert. Misstrauen, Wut und der Wunsch, selbst wieder die Kontrolle zu übernehmen, prägen ihre Entwicklung deutlich stärker als noch im ersten Band.
Die Handlung ist temporeich und verbindet Romance mit organisierter Kriminalität, Menschenhandel, Gewalt und Rache. Dadurch besitzt „Drawn Apart“ über weite Strecken fast mehr Thriller- als klassische New-Adult-Atmosphäre. Gleichzeitig bleibt die komplizierte Beziehung zwischen Marfil und Sebastian das emotionale Zentrum der Geschichte.
Nicht jede Wendung wirkt vollkommen realistisch, und wer eine sanfte oder besonders glaubwürdige Liebesgeschichte sucht, dürfte mit der Dramatik und den extremen Situationen Schwierigkeiten haben. Fans emotional aufgeladener Dark Romance bekommen dagegen genau das: starke Gefühle, Gefahr, Konflikte und Figuren, die sich gegenseitig ebenso anziehen wie verletzen.
„Drawn Apart“ lohnt sich vor allem für Leser:innen, die „Drawn Together“ mochten und wissen möchten, wie Marfil sich aus ihrer Opferrolle herausentwickelt. Als Einzelband ist der Roman dagegen kaum zu empfehlen – dafür baut er zu stark auf der Vorgeschichte und den Beziehungen des ersten Teils auf.
Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die redaktionelle Bewertung erfolgt unabhängig.
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