Rezension: Racheglut – Jan-Erik Fjell
Ein spannender skandinavischer Thriller mit ungewöhnlicher Konstruktion und einem eigenwilligen Ermittler – Rezension von Matthias Branscheidt zu Racheglut von Jan-Erik Fjell.
Racheglut von Jan-Erik Fjell
Mit „Racheglut“ legt Jan-Erik Fjell einen düsteren und vielschichtigen Thriller vor, der Gegenwart und Vergangenheit geschickt miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht Anton Brekke, der nach einer beruflichen Verfehlung zur Schutzpolizei strafversetzt wurde. Als eine Frau brutal ermordet wird und ihr 16-jähriger Sohn verstört am Tatort zurückbleibt, kann Anton den Fall dennoch nicht einfach den Kollegen überlassen.
Besonders gelungen ist die Konstruktion der Geschichte. Neben den aktuellen Ermittlungen in Norwegen führen mehrere Rückblenden nach San Francisco und bis ins berüchtigte Gefängnis Alcatraz. Lange bleibt unklar, wie diese unterschiedlichen Zeitebenen zusammengehören. Gerade daraus entwickelt der Roman einen großen Teil seiner Spannung.
Anton Brekke ist dabei kein makelloser Ermittler. Er handelt impulsiv, überschreitet Grenzen und bringt sich damit immer wieder selbst in Schwierigkeiten. Gleichzeitig besitzt er einen ausgeprägten Instinkt und eine Hartnäckigkeit, die ihn als Figur interessant machen.
Fjell erzählt temporeich, wechselt häufig die Perspektive und streut immer wieder neue Hinweise ein. Trotz der komplexen Handlung bleibt der Thriller gut zugänglich und steuert auf ein ebenso dramatisches wie schlüssiges Finale zu.
„Racheglut“ ist ein spannender skandinavischer Thriller mit ungewöhnlicher Konstruktion, einem eigenwilligen Ermittler und einer Geschichte, deren Zusammenhänge sich erst Stück für Stück offenbaren.
Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die redaktionelle Bewertung erfolgt unabhängig.
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