Rezension: Komm, ist Spaß, Herr Lehrerin – Herr Lehrerin
Ein sehr komisches, zugleich nachdenkliches Buch über Schule und Integration – Rezension von Elisabeth Sandkötter zu Komm, ist Spaß, Herr Lehrerin von Herr Lehrerin.
Lesen, wenn du …
- humorvolle Bücher über Schule, Sprache und kulturelle Missverständnisse magst,
- gerne autobiografisch geprägte Alltagsgeschichten liest,
- wissen möchtest, wie Unterricht in einer Willkommensklasse tatsächlich aussehen kann,
- und Bücher schätzt, die gesellschaftliche Themen unterhaltsam behandeln, ohne sie zu verharmlosen.
Ein sehr komisches, zugleich erstaunlich nachdenkliches Buch über Schule und Integration – dessen Stärke darin liegt, dass hinter jedem Sprachwitz echte Menschen und reale Probleme sichtbar bleiben.
„Komm, ist Spaß, Herr Lehrerin“ begleitet einen Quereinsteiger durch ein Schuljahr in einer Willkommensklasse. Seine Schülerinnen und Schüler kommen aus unterschiedlichen Ländern, sprechen zunächst kaum Deutsch und bringen völlig verschiedene schulische und persönliche Voraussetzungen mit. Daraus entstehen zwangsläufig Missverständnisse – und einige davon sind tatsächlich herrlich komisch.
Wer Bücher über den alltäglichen Wahnsinn des Lehrerberufs mag, findet hier viel Wiedererkennbares. Doch das Buch geht deutlich über eine Sammlung lustiger Schüleräußerungen hinaus. Zwischen Grammatikübungen, Schimpfwörtern und Diskussionen über deutsche Regeln geht es auch um Fluchterfahrungen, Rassismus, Bildungsbürokratie und die Frage, wie Integration in einem ohnehin überlasteten Schulsystem funktionieren soll.
Besonders sympathisch ist die Haltung des Erzählers. Er präsentiert sich nicht als Pädagoge, der auf alles eine Antwort besitzt. Im Gegenteil: Er zweifelt, macht Fehler und lernt selbst von seinen Schülerinnen und Schülern. Gerade dadurch wirken die Episoden glaubwürdig und selten belehrend.
Manchmal überwiegt die Aneinanderreihung einzelner Unterrichtsszenen, sodass keine klassische Handlung entsteht. Wer genau diese Mischung aus Anekdote, Schulalltag und gesellschaftlicher Beobachtung sucht, dürfte darin aber gerade den Reiz finden.
Lohnenswert ist das Buch deshalb nicht nur wegen seines Humors. Es vermittelt sehr anschaulich, wie kompliziert Sprache, Schule und Integration in der Praxis sein können – und wie viel sich trotzdem erreichen lässt, wenn man die Kinder hinter all den politischen Debatten nicht aus dem Blick verliert.
Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die redaktionelle Bewertung erfolgt unabhängig.
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