Resonanz der Stille – Erik Kruse
Captain Liv Kendrick wird nach einer verheimlichten Katastrophe kaltgestellt – bis unerklärliche Phänomene sie inoffiziell zurück in den Dienst holen. Military-Sci-Fi von Erik Kruse, verwoben mit kosmischem Horror.
Captain Liv Kendrick ist eine brillante, aber gezeichnete Offizierin der Allianz. Nach einer verheerenden Mission, deren wahre Hintergründe vom Oberkommando unter Verschluss gehalten werden, wird sie zum Sündenbock gemacht und kaltgestellt.
Doch als an den Rändern des bekannten Raums unerklärliche Phänomene auftreten und der Kontakt zu ganzen Stationen abbricht, wird Liv inoffiziell reaktiviert. Mit einem experimentellen Tarnkappenschiff und einer Crew aus hochspezialisierten Außenseitern bricht sie in die Dunkelheit auf.
Was als Aufklärungsmission beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Überlebenskampf, der Liv zwingt, sich nicht nur ihren eigenen Dämonen zu stellen, sondern auch einem Feind, der die Grenzen der Physik und der Realität sprengt …
Nachgefragt bei Erik Kruse
Was ist der zentrale Kern des Buches?
Der zentrale Kern der Geschichte ist der Umgang mit Trauma und die Illusion von Kontrolle. Die Protagonistin versucht anfangs, ihren inneren Schmerz durch unerbittliche militärische Härte und absolute äußere Disziplin zu kompensieren. Mir geht es besonders darum zu zeigen, dass wahre Stärke nicht in der Unterdrückung von Emotionen liegt, sondern im Zulassen von Verletzlichkeit und dem echten Vertrauen in andere. Gleichzeitig stelle ich der fehlerhaften Menschlichkeit die eiskalte Vision der Vael-Kor gegenüber: eine Welt ohne Schmerz und Konflikte, in der aber auch jede Individualität und Freiheit ausgelöscht ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Frage nach moralischer Integrität: Wahre Führung erfordert oft den Mut, sich gegen ein festgefahrenes, korruptes System zu stellen.
Wie ist die Idee zu Resonanz der Stille entstanden?
Die Idee ist tief in meinem eigenen Hintergrund verwurzelt: Ich war selbst acht Jahre lang im Militär und habe in dieser Zeit auch Auslandseinsätze in Afghanistan absolviert. Diese realen Erfahrungen – die Kameradschaft, der Umgang mit extremem psychischen und physischen Druck und die Bedeutung von taktischer Disziplin – wollte ich unbedingt in die Literatur übertragen. Livs innere Härte und ihre militärische Präzision spiegeln diese Welt wider. Gleichzeitig bin ich ein absoluter Science-Fiction-Fan und ziehe viel Inspiration aus großen, epischen Universen, besonders der Mass-Effect-Reihe mit ihrer dichten Atmosphäre, dem tollen Crew-Gefüge und der Bedrohung durch eine ungreifbare, kosmische Macht. Mein Ziel war es, diesen epischen, mitreißenden Sci-Fi-Vibe mit einem sehr realistischen, geerdeten Military-Fokus zu verschmelzen.
Was sollen Leser:innen aus dem Buch mitnehmen?
Dass Menschlichkeit – mit all ihren Fehlern, Zweifeln und emotionalen Narben – genau das ist, was uns letztendlich stark und widerstandsfähig macht. Ich möchte, dass die Leserinnen und Leser erkennen, dass echte Loyalität und Familie (‚Found Family‘) nicht durch Ränge, Blut oder militärische Protokolle diktiert werden, sondern durch Taten und Zusammenhalt in den dunkelsten Momenten entstehen. Am Ende soll das ermutigende Gefühl bleiben, dass man selbst angesichts einer absoluten, erdrückenden Übermacht einen Unterschied machen kann, wenn man zu seinen Werten steht und bereit ist, den eigenen Weg zu gehen.
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