Operation Chronos – Klaus Nyzak
Arthur R. Schmidt kennt die Bank besser als jeder Vorstand – und hat einen Plan. Ein Cyberthriller mit bitterbösem Büro-Humor von Klaus Nyzak über Routinen, Systeme und die Frage, wie viel Macht ein unzufriedener Mensch tatsächlich besitzt.
Arthur R. Schmidt füllt seit sieben Jahren Excel-Tabellen aus, die niemand liest.
Compliance & Risiko, Sachbearbeiter, Kubikel im dritten Stock. Sein größter Feind: sinnlose Meetings, Buzzword-Bingo und ein Chef, der „Blockchain-Poesie“ für Innovation hält. Sein größtes Geheimnis: Er kennt die Bank besser als jeder Vorstand – jede Schwachstelle, jeden vergessenen Zugang, jedes Passwort, das im Serverraum unter der Kaffeemaschine klebt. Und er hat einen Plan.
Am 20. Mai 2025 fallen um 15:02 Uhr alle Systeme der Global Financial Solutions AG aus. Ein Angriff, so präzise vorbereitet wie ein Quartalsbericht – nur mit deutlich größeren Konsequenzen. Während ein Krisenstab tagt, die BaFin ermittelt und Arthurs Kollegen zwischen Panik und Popcorn-Stimmung schwanken, kommt etwas ans Licht, mit dem niemand gerechnet hat.
Ein Mann. Ein System. Eine Entscheidung, die er nicht mehr zurücknehmen kann.
Operation Chronos ist ein Cyberthriller mit bitterbösem Büro-Humor – für alle, die schon mal in einem Meeting saßen und sich gefragt haben, wie lange es wohl dauert, bis jemand das System einfach abschaltet.
Nachgefragt bei Klaus Nyzak
Was ist der zentrale Kern deines Buches – und worum geht es dir dabei besonders?
Arthur beginnt nicht als klassischer Bösewicht. Er ist ein unauffälliger Compliance-Mitarbeiter, der innerlich längst erschöpft ist von Routinen, Berichten und Aufgaben, deren Sinn niemand mehr hinterfragt. Besonders wichtig ist mir dabei die moralische Ambivalenz. Ich möchte Arthur weder zum Helden erklären noch einfach zum Täter abstempeln. Er richtet realen Schaden an und weiß letztlich selbst, dass das, was er getan hat, dadurch nicht gerechtfertigt wird. Gleichzeitig legt sein Handeln tatsächliche Missstände offen.
Wie ist die Idee zu deinem Buch entstanden, und was hat dich beim Schreiben besonders inspiriert?
Beim Schreiben hat mich besonders gereizt, verschiedene Stile miteinander zu verbinden. Das Buch ist nicht nur klassisch erzählte Prosa. Es gibt E-Mails, interne Chats, Tickets, technische Dokumentationen, Notizen und später weitere digitale Kommunikationsformen. Dadurch wollte ich einerseits Abwechslung schaffen, andererseits aber auch zeigen, wie wir heute tatsächlich leben und arbeiten. Ein großer Teil unseres Alltags findet eben nicht mehr nur im persönlichen Gespräch statt, sondern in Outlook, Teams, Chats, Ticketsystemen oder irgendwelchen Portalen.
Was sollen die Leserinnen und Leser nach der letzten Seite aus deinem Buch mitnehmen?
Hinterfrage Routinen. Hinterfrage Systeme. Suche nach Sinn und Herausforderung, aber verwechsle Selbstbestimmung nicht mit dem Recht, anderen zu schaden. Und unterschätze nie, was passieren kann, wenn ein intelligenter, unzufriedener Mensch plötzlich entdeckt, wie viel Macht er tatsächlich besitzt.
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