Unter der letzten Sonne – B. Kohlbrand

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Zweihundert Jahre nach dem Atomkrieg leben die letzten Menschen in scheinbarem Frieden – kontrolliert durch einen Chip im Gehirn, der jede Gewalt unterdrückt. Als ein Fremder auftaucht und die Stadt angegriffen wird, gerät diese fragile Ordnung erstmals ins Wanken. Ein dystopischer Science-Fiction-Roman von B. Kohlbrand über Freiheit und Kontrolle.

Unter der letzten Sonne - B. Kohlbrand

Eine perfekte Gesellschaft ohne Gewalt – erkauft mit der eigenen Freiheit.

Zweihundert Jahre nach dem Atomkrieg existieren nur noch drei Städte. Die Menschen leben in Frieden – nicht aus freiem Willen, sondern weil ihnen bei der Geburt ein Chip ins Gehirn implantiert wird. Gewalt, Verbrechen, Krieg: alles unterdrückt. Ordnung um jeden Preis.

Als ein Fremder in der Stadt auftaucht, gerät dieses fragile Gleichgewicht ins Wanken. Kurz darauf wird die Stadt angegriffen. Zum ersten Mal seit Generationen stehen die Menschen einer Bedrohung gegenüber, gegen die sie sich nicht wehren können.

Denn wie kämpft man, wenn das eigene Verhalten kontrolliert wird?

Nachgefragt bei B. Kohlbrand

Was ist der zentrale Kern deines Buches – und worum geht es dir dabei besonders?
In meinem Buch geht es um eine „perfekte“ Gesellschaft, in der jegliche Form von Gewalt durch einen im Gehirn implantierten Chip blockiert wird. Der zentrale Kern dabei ist, wie „frei“ die Menschen wirklich sind, wenn ihr Verhalten kontrolliert wird. Wird dadurch die Individualität eingeschränkt? Verlernen die Menschen, was Menschlichkeit ist? Wie frei kann diese Gesellschaft eigentlich sein, und was passiert, wenn dieses Gleichgewicht plötzlich ins Wanken gerät? Ist man bereit, sein Leben für die wahre Freiheit zu riskieren? Oder wählt man lieber den sicheren Weg, auch wenn das eigene Verhalten dadurch weiterhin kontrolliert wird?

Wie ist die Idee zu deinem Buch entstanden, und was hat dich beim Schreiben besonders inspiriert?
Ehrlich gesagt entstand die Idee während der Arbeit. Einer unserer Zulieferer hat – wie jeden Monat – die Terminfrist überschritten. Ich dachte dabei an ein Experiment aus meinem Psychologiestudium: B. F. Skinner fand heraus, dass unser Verhalten durch eine Konsequenz herbeigeführt werden kann. In seinem Versuch hat er Ratten in einen Käfig gesperrt, die sogenannte Skinner-Box, mit einem elektrisierenden Rost am Boden. Die Ratten lernten schnell, einen Hebel zu drücken, damit der Stromschlag aufhört. Und dann kam mir der Gedanke: Was wäre, wenn unser Zulieferer jedes Mal einen Stromschlag bekäme, wenn er die Terminfrist überzieht? Gesagt, getan – nach Feierabend habe ich sofort losgelegt, und am Ende entstand tatsächlich ein Buch.

Was sollen die Leserinnen und Leser nach der letzten Seite aus deinem Buch mitnehmen?
Während meines Psychologiestudiums beschäftige ich mich immer wieder mit der Frage, warum Menschen handeln, wie sie handeln – insbesondere dann, wenn ihr Verhalten von außen gelenkt wird. Viele der im Roman dargestellten Strukturen basieren auf Erkenntnissen darüber, wie stark Angst, Autorität und soziale Zugehörigkeit menschliches Verhalten beeinflussen können. Am Ende meines Romans habe ich daher noch einmal alle psychologischen Fakten, die in der Story vorkommen, näher erläutert. Ich möchte, dass meine Leser:innen darüber nachdenken, wie sie selbst reagieren würden – und dass man das Verhalten seiner Mitmenschen nicht immer gleich nach dem ersten Eindruck beurteilen sollte.

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